Zweitwohnsitz anmelden: Regeln, Pflichten und Fristen

28. Juli 2017

In Deutschland bewohnen viele Bürger zwei Wohnungen gleichzeitig. Besonders bei Pendlern kann man beobachten, dass viele eine Wohnung am Arbeitsplatz unterhalten und am Wochenende Ihre Wohnung in der Heimat bewohnen. Jedoch stellt sich die Frage, ob beide Wohnungen angemeldet werden müssen und wenn ja, welche der Wohnungen als Haupt- und welche als Zweitwohnung gilt.

Was ist ein Zweitwohnsitz?

Ein Wohnsitz gilt nach deutschem Mietrecht als Hauptwohnsitz, sobald der Mieter sich dort überwiegend aufhält. Der Wohnsitz an dem Sie die meisten Zeit verbringen, ist demnach Ihr Hauptwohnsitz. Jeder andere Wohnsitz gilt folgendermaßen als Zweitwohnsitz. In den meisten Fällen jedoch wird die Wohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes als Zweitwohnsitz geführt und die Wohnung in der Heimat oder bei der Familie als Hauptwohnsitz. Obwohl es dazu kommen kann, dass Sie unter der Woche mehr Zeit in Ihrer Zweitwohnung verbringen, müssen Sie diese noch nicht als Hauptwohnsitz anmelden. Das liegt daran, dass Ihr Lebensmittelpunkt weiterhin bei Ihrer Familie liegt und dieser Wohnsitz weiterhin als Hauptwohnsitz gilt.

Wie erfolgt die Anmeldung?

Bei der Anmeldung des Zweitwohnsitzes folgen Sie der gleichen Prozedur, wie bei der Anmeldung Ihres Hauptwohnsitzes. Für die Anmeldung müssen Sie das zuständige Einwohnermeldeamt aufsuchen. In vielen Großstädten ist mittlerweile ein Termin nötig. Informieren Sie sich am besten vorab per Telefon oder im Internet, ob auch Sie einen Termin machen müssen. Die Anmeldung ist in der Regel kostenlos, einige Bundesländer fordern jedoch eine geringe Gebühr von maximal 10 €. Auch hier macht es Sinn vorab, beim zuständigen Amt nachzufragen.

Zur Anmeldung benötigen Sie folgende Unterlagen:

  • Gültiges Ausweisdokument (Personalausweise/Reisepass)
  • Ausgefülltes Formular des Einwohnermeldeamtes
  • Gegebenenfalls Geburtsurkunde der Kinder, Heiratsurkunde oder Scheidungsurteil
  • Vermieterbescheinigung

Wann muss ich den Zweitwohnsitz anmelden?

Wenn Sie einen Zweitwohnsitz nutzen, muss dieser auch fristgerecht angemeldet werden. In Deutschland gilt seit dem 1. November 2015 eine Meldefrist von 14 Tagen.

Sollten Sie diese nicht einhalten, müssen sie mit einem Bußgeld von bis zu 1000 € rechnen.

Steuerlicher Aspekt

Für den Zweitwohnsitz wird häufig eine zusätzliche Steuer fällig. Abhängig ist die Einforderung erneut vom Bundesland und der Gemeinde. Urbane Ballungsgebiete und Ferienregionen legen meistens besonderen Wert auf die Einforderung. Auch die Steuersätze variieren bei den meisten Gemeinden. Als Bemessungsgrundlage dient normalerweise jedoch die Jahreskaltmiete und die Wohnfläche.

Außnahmen gibt es bei Studierenden und sich in der Ausbildung befindenden Personen. Solange kein eigenes Einkommen vorhanden ist, werden Sie bei der Besteuerung oft nicht berücksichtigt. Informieren Sie sich auch hier bei Ihrem zuständigen Amt, ob eine Steuer für Sie anfällt und wenn ja, in welcher Höhe.

Vorteile gibt es vor allem für Pendler, da Sie den Zweitwohnsitz von der Einkommenssteuer absetzen und auch die wöchentlichen Fahrtkosten geltend machen können.